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Ungelesener BeitragVerfasst: Fr 19. Aug 2011, 06:42 
Administrator
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Registriert: Sa 29. Nov 2008, 11:08
Beiträge: 38
Grundsätze ärztlicher Ethik (Europäische Berufsordnung)

Diese Grundsätze sind als Richtschnur für das berufliche Verhalten der Ärzte im Umgang mit ihren Patienten, der Gesellschaft und miteinander gedacht. Die 'Internationale Konferenz der Arztekammern' hat den nationalen Ärztekammern oder den Organisationen mit entsprechenden Aufgaben eines jeden Mitgliedstaates der Europäischen Gemeinschaft empfohlen, durch geeignete Maßnahmen zu gewährleisten, dass die zwischenstaatlichen Anforderungen an die Rechte und Pflichten der Ärzte gegenüber den Patienten, der Gesellschaft und in ihrem beruflichen Umgang miteinander den nachfolgenden Grundsätzen entsprechen und durch geeignete Vorkehrungen dafür zu sorgen, dass die Gesetzgebung ihres Landes die wirksame Durchsetzung dieser Grundsätze ermöglicht.

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Gelöbnis des Arztes und weitere Berufspflichten

Gelöbnis des Arztes / Einwilligung nach Aufklärung / Ethische und fachliche Unabhängigkeit / Berufliche Schweigepflicht
Gelöbnis des Arztes

Es ist Aufgabe des Arztes in Friedens- wie in Kriegszeiten unter Achtung vor dem Leben und der Würde des Menschen ohne Unterschied des Alters, der Rasse, der Religion, der Staatsangehörigkeit, der gesellschaftlichen Stellung, der politischen Ideologie oder irgendwelcher anderer Art, die körperliche und geistige Gesundheit des Menschen zu schützen und sein Leiden zu lindern.

Der Arzt hat bei der Ausübung seines Berufes die Gesundheit des Patienten in den Vordergrund zu stellen. Der Arzt darf seine beruflichen Kenntnisse nur zur Verbesserung oder Erhaltung der Gesundheit der Menschen, die sich ihm anvertrauen und nur auf deren Ersuchen einsetzen. Er darf in keinem Fall zu ihrem Schaden tätig werden.

Es widerspricht der ärztlichen Ethik, wenn der Arzt dem Patienten bei der Ausübung seines Berufes seine persönlichen, weltanschaulichen, moralischen oder politischen Vorstellungen aufzwingt.

Einwilligung nach Aufklärung

Außer im Notfall muß der Arzt den Patienten über die zu erwartenden Wirkungen und Folgen der Behandlung aufklären. Er hat die Einwilligung des Patienten einzuholen, insbesondere dann, wenn die vorgesehenen Handlungen mit Risiken verbunden sein können.

Der Arzt darf seine eigene Vorstellung von Lebensqualität nicht an die Stelle der seines Patienten setzen.

Ethische und fachliche Unabhängigkeit

Bei seiner ärztlichen Tätigkeit muß der Arzt die erforderliche berufliche Freiheit sowie die fachlichen und ethischen Voraussetzungen besitzen, die ihm ein unabhängiges Handeln erlauben.

Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, so ist der Patient davon in Kenntnis zu setzen.

Ist der Arzt bei einer privaten Einrichtung oder Behörde tätig, so hat er - wenn er im Auftrag einer dritten Person oder Einrichtung handelt - den Patienten davon zu unterrichten, soweit dies dem Patienten nicht offenkundig ist.

Berufliche Schweigepflicht

Der Arzt ist der Vertraute des Patienten. Er hat im Hinblick auf alle während des Kontaktes mit dem Patienten erhaltenen Informationen und getroffenen Feststellungen die Gewähr für uneingeschränkte Verschwiegenheit zu bieten.

Die ärztliche Schweigepflicht reicht über den Tod des Patienten hinaus.

Der Arzt ist zur Achtung der Privatsphäre der Patienten verpflichtet und hat die Offenlegung von in der Ausübung seines Berufs gewonnenen Erkenntnissen mit allen geeigneten Mitteln zu verhindern.

Sieht das einzelstaatliche Recht in bestimmten Fällen eine Entbindung von der Schweigepflicht vor, so kann der Arzt vorher seine Kammer oder seinen über vergleichbare Befugnissse verfügenden Berufsverband um eine Stellungnahme bitten.

Der Arzt darf nicht bei dem Aufbau elektronischer Patientendatenbanken mitwirken, die das Recht des Patienten auf Schutz seiner Intimsphäre, die Sicherheit und den Schutz seines Privatlebens gefährden oder schmälern. Jede Patientendatenbank muß einem Arzt unterstellt sein, der namentlich benannt wird.

Patientendatenbanken dürfen keine Verbindung zu anderen Datenbanken aufweisen.

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Humanitäre Prinzipien

Versuche am Menschen / Folter und unmenschliche Behandlung / Arzt und Gesellschaft
Versuche am Menschen

Der medizinische Fortschritt baut auf der Forschung auf, die auf Versuche am Menschen nicht verzichten kann.

Der geplante Ablauf eines jeden Versuchs am Menschen ist vorher zur Einholung einer Stellungnahme und zur Erteilung von Ratschlägen einer von dem Prüfungsleiter unabhängigen Ethikkommission vorzulegen.

Es muß die auf freier Entscheidungsmöglichkeit basierende Einwilligung des Probanden in den Versuch eingeholt werden, wobei er vorher in angemessener Form über die verfolgten Ziele, die anzuwendenden Methoden und die erwarteten Vorteile wie auch die möglichen Gefahren und Unannehmlichkeiten und über sein Recht, die Teilnahme an dem Versuch zu verweigern und jederzeit daraus auszuscheiden, zu unterrichten ist.

Der Arzt darf die biomedizinische Forschung zur Gewinnung neuer medizinischer Erkenntnisse nur dann mit der ärztlichen Behandlung verbinden, wenn diese biomedizinische Forschung aufgrund ihres möglichen diagnostischen oder therapeutischen Nutzens für den Patienten gerechtfertigt ist.

Folter und unmenschliche Behandlung

Der Arzt darf unter keinen Umständen, auch nicht bei einem Bürgerkrieg oder einem bewaffneten Konflikt, bei Folterungen oder anderen grausamen, unmenschlichen oder entwürdigenden Handlungen Hilfestellung leisten, sich daran beteiligen oder diese zulassen.

Der Arzt darf seine Kenntnisse, seinen Sachverstand oder sein Geschick nie dazu einsetzen, um die Anwendung der Folter oder irgendeines anderen grausamen, unmenschlichen oder entwürdigenden Verfahrens zu welchem Zweck auch immer zu unterstützen.

Arzt und Gesellschaft

Zur Erfüllung seines humanitären Auftrags hat der Arzt in Friedens- wie in Kriegszeiten Anspruch auf den gesetzlichen Schutz seiner beruflichen Unabhängigkeit.

Der Arzt hat als einzelner oder auf dem Wege über die Berufsverbände die Pflicht, die Gesellschaft auf Unzulänglichkeiten im Hinblick auf die Qualität der medizinischen Versorgung und die berufliche Unabhängigkeit der Ärzte aufmerksam zu machen.

Die Ärzte sind verpflichtet, sich an der Ausarbeitung und Durchführung aller kollektiven Maßnahmen zur Verbesserung der Prävention, der Diagnose und der Therapie von Erkrankungen zu beteiligen. Insbesondere sind sie verpflichtet, bei der Organisation von Hilfsmaßnahmen, vor allem im Katastrophenfall, im medizinischen Bereich mitzuarbeiten.

Die Ärzte sollten sich nach Maßgabe ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten an der ständigen Verbesserung der Qualität der Versorgung durch Forschung und laufende Fortbildung beteiligen, um dem Patienten eine den wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechende Versorgung bieten zu können.
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http://www.bundesaerztekammer.de/page.a ... .1142.1145

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Wenn ich schon mal was schreibe, dann aber nur die Wahrheit.!


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